Natursteig Sieg Etappe 8 - Reich an Ausblicken
Sonntag ist Wandertag. Heute stand die achte Etappe des Natursteig Sieg auf dem Programm.
Nachdem mich die siebte Etappe ganz schön gefordert hatte, war ich natürlich gespannt, was mich diesmal erwarten würde. Würden mich wieder knackige Anstiege und anspruchsvolle Wegpassagen erwarten, oder könnte ich die Tour etwas entspannter angehen? Eines war jedenfalls sicher: Ich freute mich darauf, wieder draußen unterwegs zu sein, die Natur zu genießen und neue Eindrücke entlang der Sieg zu sammeln.
Also: Wanderschuhe geschnürt, Rucksack gepackt und los ging’s ins nächste Wanderabenteuer.
Vom Bahnhof Schladern sind es nur wenige Gehminuten bis zum Siegwasserfall – also nichts wie hin. Auf 84 Metern Breite stürzt das Wasser hier in mehreren Stufen rund vier Meter in die Tiefe. Besonders beeindruckend wird’s bei Hochwasser, wenn die Sieg ordentlich aufdreht.
Direkt daneben befinden sich das Besucherzentrum der Naturregion Sieg und das Kulturzentrum Kabelmetal Im Sommer lockt der Biergarten Elmores mit einem traumhaften Blick auf den Wasserfall.
Zum Warmlaufen ging es jetzt über einen Zuweg hinauf zur Burg Windeck. Die Burganlage beeindruckte mich mit einem unvergesslichen Panoramablick und seinen alten Gemäuern.
Nach diesem tollen Start bei strahlendem Sonnenschein freute ich mich auf die nächsten Kilometer. Durch einen schönen Hohlweg ging es hinein in einen ruhigen Bergwald, wo ich die Stille und die Natur richtig genießen konnte. Kurz darauf führte mich der Weg steil bergab, bis ich den Westerbach auf Trittsteinen überquerte. Ein kleiner, aber schöner Abschnitt der Tour, der mir richtig gut gefallen hat.
Nach zwei weiteren Anstiegen erreichte ich schließlich den Landgasthof „Zur Bachmühle“. Er liegt mitten im Naturschutzgebiet Rosbachtal, das mit seinen 142 Hektar und rund 1.600 Tier- und Pflanzenarten ein echtes kleines Naturparadies ist. Solche Orte zeigen mir immer wieder, wie viel Schönes direkt vor unserer Haustür liegt und warum es sich lohnt, zu Fuß unterwegs zu sein.
Ab hier wurde es deutlich anspruchsvoller. Ein spannender Trampelpfad, der immer steiler und felsiger wurde, führte mich zum Aussichtspunkt "Alter Stuhl".
Hier lohnt es sich, kurz innezuhalten und die grandiose Aussicht zu genießen. Wer mit dem Stempelpass des Siegsteigs unterwegs ist, kann sich an dieser Stelle außerdem einen weiteren Stempel sichern.
Ich konnte mich kaum sattsehen an dem Ausblick über das Siegtal. Die Bahn, die sich unten durch das Tal schlängelte, erinnerte mich zusammen mit den kleinen Häusern und der idyllischen Landschaft irgendwie an eine Miniaturwelt mit einer kleinen Modelleisenbahn. Ein richtig schöner Anblick, bei dem ich gerne noch etwas länger verweilt hätte.
Doch irgendwann musste es weitergehen. Als Nächstes stand der Abstieg ins Burbachtal an. Allerdings kam mir der Weg nach einiger Zeit irgendwie bekannt vor. Ein kurzer Blick aufs Navi brachte dann die Gewissheit: Ich war wohl irgendwo falsch abgebogen. Zum Glück hatte ich meine Technik dabei und fand bald den richtigen Abzweig wieder. Ausgerechnet hier fehlte die Wegmarkierung – obwohl der Siegsteig ansonsten wirklich gut ausgeschildert ist.
Mein persönliches Naturhighlight ließ nicht lange auf sich warten. Ich wanderte durch den Auer Wald, vorbei an bis zu 200 Jahre alten Eichenriesen und durch eine fast schon dschungelartige Vegetation. Hier fühlte ich mich stellenweise wie in einer ganz anderen Welt. Wäre da nicht in der Ferne das leise Rauschen des Verkehrs gewesen, hätte man glatt meinen können, weitab jeglicher Zivilisation unterwegs zu sein.
Ein paar Kilometer später näherte ich mich dann langsam meinem Etappenziel: dem Bahnhof in Au. Damit ging eine abwechslungsreiche Tour zu Ende, die mir neben schönen Ausblicken vor allem auch eindrucksvolle Naturerlebnisse beschert hat.
Unser Fazit
Eine abwechslungsreiche Tour mit tollen Ausblicken ins Siegtal, anspruchsvollen Pfaden und echten Naturhighlights. Besonders der Auer Wald wird mir in Erinnerung bleiben. Für mich eine rundum gelungene Wanderung auf dem Siegsteig.